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SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD |
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Erfahrung schon seit
1987
Für Mitglieder
gesetzlicher Kostenträger
bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V
Rehabilitationsbehandlungen
an und für
Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen
gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Die Klinik ist auch beihilfefähig.
Informationen zum Thema Schmerz und Schmerztherapie
LYME-BORRELIOSE
Die Lyme-Borreliose ist eine
Infektionskran
kheit. In Mitteleuropa erfolgt die Übertragung des kran
kheitauslösenden Bakteriums Borrelia burgdorferi durch die Zecke Ixodes
ricinus. Der
Zeckenbiss bzw.
Zeckenstich wird oft nicht bemerkt.
Erstes Anzeichen ist eine wandernde, flächenhafte Rötung. Diese tritt Tage bis Wochen nach dem
Zeckenstich auf.
Die Lyme-Borreliose
ist eine Multisystemerkrankung und läuft in Stadien ab. Die variable
Symptomatik reicht von akuten Hautläsionen (Erythema chronicum migrans) bis hin
zu schweren rheumatologischen, neurologischen und kardialen (=
das Herz betreffenden)
Manifestationen
(=Erscheinungen).
Grundsätzlich kann
jede der klinischen Manifestationen (=
Kran
kheitszeichen) isoliert, aber auch in Kombinationen
auftreten.
Im Stadium I tritt der Lyme-Borreliose als
häufigste Frühmanifestation und damit Leitsymptom (=
vorherrschendes, hinweisendes Kran
kheitszeichen) das Erythema migrans
(= wandernde, flächenhafte Hautrötung)
auf, Tage bis Wochen nach dem
Zeckenbiss. Die maku
löse
(=
fleckförmige) oder oder papulöse (=
knötchenartige), ringförmige
Effloreszenz (= Hautausschlag)
blaßt im weiteren Verlauf in der M
itte ab.
Begleitend zum Ery
thema migrans
können bei der Lyme-Borreliose Al
lgemeinsymptome wie Fieber,
Myalgien
(=
Muskelschmerzen) und
Kopfschmerzen,
selten auch ein Meningismus (=
Kran
kheitszeichen wie bei einer Hirnhautentzündung) auftreten.
Eine besondere der matologische (= die Haut
betreffende) Reak tionsform stellt das Borrelien-Lymphozytom
dar. Der rötlich livide Tumor tritt bevorzugt an
Ohr
läppchen, Mamille (=
Brustwarze) oder
Ho
densack auf. Das Borrelien-Lymphozytom kann allerdings häufig nicht eindeutig
einem bestimmten Stadium zugeordnet werden. Selten kann es aufgrund hämatogener
Aussaat (= Streuung über die Blutbahn)
zu multiplen Erythemen
(= flächenhafte Hautrötung)
kommen.
Im Stadium II der Lyme-Borreliose treten am häufigsten neu
rologische Man ifestationen (= Erkennbarwerden einer Erkrankung) auf (Neuroborreliose), insbesondere die lymphozytäre Meningoradikulit is (LMR) mit typischer klinischer Symptomatik in Form von radikulären (= Nervenwurzel betreffenden) Schmerzen, häufig als quälend und brennend charakterisiert mit nächtlichen Schmerz exazerbationen (= Verschlimmerungen).In diesem Zusammenhang ist über ein Phänom en zu berichten, das bisher in der Lit eratur nicht aufgeführt wurde, diagnostisch aber richtungsweisend sein kann. Aufgefallen ist bei mehreren Patienten mit Lyme-Borreliose ein inkonstantes Reflexverhalten. So war der PSR (= Reflex der Kniescheibe n sehne) bei einer Untersuchung regelrecht auslösbar und bei der nächsten, Tage später nicht mehr und umgekehrt.
Ein weiteres Leitsym
ptom für die
Neuroborreliose
(Stadium II) im Rahmen einer Lyme-Borreliose sind Hirnnervenlähmungen, seltener
Extremitäten
- (=
Arme, Beine) oder Rumpflähmungen.
Die Meningoradikul itis führt zu einem charakteristischen Liq uorbefund (=
Untersuchung des Hirnwassers): Lymphozytäre Pleozytose
(= erhöhte Lymphozytenzahl)
(zwischen 30/3 und 3000/3 Zellen) und Liquoreiweißerhöhung.
Eine weitere Mani
festation des Stadium II der Lyme-Borreliose stel lt die Lyme-Kardit is (= Lyme-bedingte Herzen tzündung) dar, gekennzeichnet durch Herzrhythmusstörungen, hpts. in Form von AV-Blockierungen unterschiedlichen Grades.Im Stad
ium III der Lyme-Borreliose zeigen sich hauptsächlich zwei Manifest ationen (= Erkennbarwerden einer Erkrankung):Acrodermat itis chronica at rophicans (ACA): Nach langer Inku bationszeit (= Zeitspanne zwischen der Ansteckung und Auftreten von Kran kheitszeichen) (Monate bis Jahre) folgen einem init ial (= einga ngs) infiltrati ven Stad ium charakteristische atrophische Veränderungen: dü nne, ähnlich einem Zigaret tenpapier, gefältelte Haut bei l ivider Verfärbung und die Gefäße treten plastisch hervor.
Lyme-Arthritis: Diese Gelen kerk rankung kann mono- oder pol yartikulär (= ein oder mehrere Gelenke betreffend), chronisch oder interm ittierend ablaufen. Differentialdiagnostisch (= was sonst noch an Kran kheiten in Frage kommt) ist eine rheumatische Genese (= Ursache) bedeutsam.
Sehr selten kommt es als Manifestat ion des S tadiums III zur chronischen Borrelien-Enzepha lomyelitis (= Entzündung des Gehirns und Rüc kenmarks) mit Para- und Tet raparesen (= Lähmung der Beine oder aller Glieder). Im Liquor findet sich eine ausgeprägte Ei weißerhöhung bei geringgradiger Liquorzellzahlerhöhung.
Diagnostik der Lyme-Borreliose:
Der direkte Erregernachweis mittels Kultur oder Mikroskopie
bringt zwar einen frühzeitigen Nachweis (sofern eine Anzucht überhaupt
gelingt), ist aber sehr aufwendig. In der Praxis kommen deshalb hauptsächlich
serologische Verfahren (Nachweis der erregerspezifischen Immunantwort) zum
Einsatz, wobei die diagnostische Sensitivität im Frühstadium der Kran
kheit
aber eher gering und erst in späteren Stadien hoch ist. Bei Verdacht auf Lyme-Borreliose bzw. Neuro
borrel
iose sollte grundsätzlich auch der Liquor cerebrospinalis
(= das Hirnwasser)
untersucht
werden (Liquo
r/Serum-Paa
r vom selben Tag).
Eine zunehmende Bedeutung erlangt die sog. Pol
ymerase-Kettenreaktion
(PCR), weil mit dieser Methode innerhalb kurzer Zeit bereits geringe Mengen an
Sp
irochäten nachgewiesen werden können. Der Nachweis spezifischer Genanteile
(Nuk
leinsäuren) hat den Vorteil, daß lebende Organ
ismen nicht vorhanden sein
müssen und es daher beim Transport der Proben keiner besonderen
Vorsichtsmaßnahme bedarf. Geeignete Untersuchungsmaterialien sind bei Lyme-Borreliose: Liq
uor
(= Hirnwasser),
Gelenkpunktate
(= Flüssigkeit aus dem
Gelenk), Hautbiopsate
(= Gewebeprobe aus der Haut))
sowie Urin.
Wie oben schon erwähnt, kann eine
Ar
thritis
(=
Gelenksentzündung) auch
r heumatischer Natur sein. Her zrhythmusstörungen sind am ehesten kardial (= das Herz betreffend) bedingt und
nur selten auf die Lyme-
Borreliose zurückzuführen. Radikuläre
(=
Nervenwurzel
n betreffende)
Störungen, wie sie im Rahmen einer
borreliose
bedingten, lymphozytären Meningoradikulitis
(LMR) auftreten, können
auch einer Multiplen Sklerose zugeordnet werden.
Eine zunehmende differentialdiagnostische Bedeutung dürfte
die neu entdeckte Huma ne Gra
nulocyten
Ehrlichiose
(HGE)) erlangen.
Behandlung der Lyme-Borreliose:
Nach einer Em
pfehlung des Ro bert Koch Instituts
sind bei Erwachse nen Tetracycline (z.B. Dox
ycyclin) oder Amoxycil lin Anti
biotika der 1. Wahl über 3-4 Wochen. In der Literatur und im Internet
gibt es Hinweise, daß M ittel aus der Klasse
der M akrolide (z.B. Erythrom
ycin oder Clarith romycin) besser wir
ksam sind. Gute Erfolge soll auch die Kom
bination der Wirkstoffe Hyd
roxychloroquin (Qu ensy l ®) (wird
eigentlich zur Vor beugung und Behandlung
der Mal aria eingesetzt oder auch bei
Autoimmun krankheiten wie r
heumatoide Arthritis oder Lu pus eryt
hematodes) und M inocyclin
(ein An tibiotikum aus der Klasse der Tet
racycline) bringen (http://www.mediacana.net/bsg_sw/Sievers.pdf).
Bei einer Neuroborrel iose wird im Anschluß
an die Antibiot ika-Therapie die Verordnung
von Fl uconazol empfohlen, das eigentlich zur Behandlung von Pilzin
fektionen verwendet wird, aber auch bei Borreliose helfen soll (http://www.neuroborreliose.net/informationen/therapievorschlaege/index.html).
Nach erfolgloser ant
ibiotischer Basistherap ie kann zur
Schmerzt herapie bei einer
Neuro-Borreliose (= bei dieser Form stehen Nervenbes
chwerden im Vordergrund) ambulant ein
Antikonvulsivu m (= ein
Mittel gegen die Fallsuc
ht, aber auch bei diesen Schmerz
wirksam) verordnet werden. Als erste Wahl gelten heute Gabapen
tin oder Pregabal in, als 2. Wahl
Carbamazepi n. Die Kombination mit Baclo
fen hilft Gabapent in bzw. Preg
abalin oder Car bamazepin
einzusparen.
Stehen Gelen kschmerzen im Vordergrund (Ly
me -Arthritis), können nich
tsteroidale (= nicht kortisonhaltige)
Antirheuma tika gegeben werden, aus dieser
Gruppe möglichst lang wirkende und magenschonen
de wie z.B. Meloxicam. Besonders magenschonend und auch en
tzündungshemmend sind die sog. COX-2 In
hibitoren, z.B. Parecoxib oder Etor
icoxib, allerdings scheint diese S
toffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Ris iko
verbunden zu sein, zumindest bei längerer Thera
piedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxi
b und Etoricoxib nicht auch noch vom Mar
kt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Persist ierende (= trotz Basisbehandlung verbleibende) Besch werden / Sch merzen sind bei einer Lyme-Borreliose leider oftmals sehr har tnäckig und geben dann Anlaß zu einer speziellen Schmerzt herapie.
Sowohl bei der Neurobor reliose als auch Ly me-Arthritis hat sich eine therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubun gsmittel) sehr bewährt, insbesondere in Form von kontinuierlichen Nervenb lockaden mittels eines vorübergehend (z.B. 10-14 Tage lang) eingepflanzten Kat heters*.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird vorü bergehend (2-3 Wochen) ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Ner vengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpf lanzung erfolgt durch eine handelsübliche Ka nüle hindurch, es muß also nicht "aufgesch nitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abkl ingen der vorangegangenen Dos is, das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespri tzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Kat heter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Dass die schmerz lindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehand lung auch die sog. vegetat iven Nerven betroffen sind, woraus, wie oben schon ausgeführt, eine sehr deutliche Durch blutungssteigerung resultiert (Sympathikolyse). Dies ist der Grund, warum diese Behand lungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche, oder auch degenerative (= abnutzungsbed ingte) P rozesse entstanden sind, hilfreich ist, sogar kausal (= ursächlich). Eine gute Durch blutung optimiert auch den Stoffwech sel eines gestörten oder geschäd igten Nervs. Nach neueren Erkennt nissen vermag eine solche, intensive, län gerfristige B lockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedäch tnis zu löschen.
Nach bisheriger Leh rmeinung entwickelt nur ein Bruch teil der mit Borrel ien infizierten Patienten eine Lyme-Borreliose. Hass ler (1998)(2) dagegen fand bei seinen Untersuchungen keinen Patienten, bei dem eine Borrel ieninfektion symp tomlos (= ohne Krankheitszeichen) geblieben ist und empfiehlt deshalb die Ant ibiotikatherapie bei allen testpositiven (ca. 6 Wochen nach Zecken biß) Patienten, denn verschiedene "Volkskrankheiten" wie Ar thritis (= Gelenken tzündung), Nerven lähmungen oder Herzrhyt hmusstörungen können die Spätfolge eines Zeckenst iches sein. Die relativ neu entdeckte Huma ne Gran u locyten Ehrl ichiose (HGE) gewinnt d ifferentialdiagnostisch (= was außer Lyme-Borreliose sonst noch an Kran kheiten in Frage kommt) an Bedeutung.
Literatur: (1) Tiller, F.-W.; D iagnostische Bibliothek, Nr. 48, Juni 1997, Blackwell Wissenschaftsverlag. (2) Hass ler, D.; Focus-M agazin, Nr. 17 (20.4.1998) - Teilveröffentlichung einer Habilitationsschrift über die Lyme-Borreliose -
Viele gute Gründe sprechen für eine stationäre Behandlung in der SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD, so z.B.:
Teilweise übernehmen auch Ren tenversicherungen und Beru fsgenossenschaften die Kosten. Zu weiteren Informationen (Behand lungsformen, Beantragung der Kos tenübernahme bei den verschiedenen Kosten trägern, Sch merzambulanz usw.) gelangen Sie hier: http://www.schmerz.com/konzept-und-kostentraeger (einfach anklicken).
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Aktualisiert:>22.09.2009</>
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